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Stiftung für Baselbieter Baukultur

Stiftung Baselbieter Baukultur

 

Gefährdete Bauwerke

Die Stiftung Baselbieter Baukultur nimmt sich der verschiedensten Bauten an, seien es Wohnhäuser, landwirtschaftliche Gebäude, industrielle Objekte und so weiter. Im Stiftungsrat sind Wissen und Erfahrung aus verschiedensten Fachgebieten vereinigt, um den Stiftungszweck bei den einzelnen Objekten optimal zu erfüllen.

Sollten Sie ein Bauobjekt kennen, mit dem niemand mehr etwas anzufangen weiss, das vom Verfall bedroht ist oder sonst einer Gefährdung ausgesetzt, melden Sie sich bitte bei:

Stiftung für Baselbieter Baukultur
c/o Dr. iur. Thomas Christen
Advokatur zum Thurgauerhof
Lindenstrasse 2 (Postfach 552)
4410 Liestal

Die dem Baselbieter Heimatschutz nahestehende Stiftung hat die Erhaltung und Förderung der Baselbieter Baukultur und insbesondere den Erhalt von qualitativ wertvollen Bauten und solchen von kulturhistorischer Bedeutung zum Zweck. Sie wurde im Jahre 2004 gegründet.

Ihre Stiftungsräte sind:

Dr. Doris Huggel, Präsidentin

Langbodenweg 10, 4148 Pfeffingen, 061 331 72 72

Peter Paul Hemmig, Vizepräsident und Kassier

Staffelenweg 9, 4460 Gelterkinden, 061 981 39 71

Eduard Belser

Weiherhofstrasse 29, 4415 Lausen, 061 921 06 67

Dr. Thomas Christen

Hauptstrasse 58, 4437 Waldenburg, 061 961 14 27

Bisherige Engagements der Stiftung

1. Die Rettung der alten Eisenbahnbrücke über die Frenke bei Liestal

Im Jahre 2005 konnte die Stiftung Hand bieten zur Rettung der ältesten erhaltenen Bahnbrücke der Schweiz aus Eisen, für die sich im Vorfeld verschiedene Persönlichkeiten eingesetzt hatten. Entworfen vom Eisenbahningenieur Carl von Etzel und gefertigt in der Eisenkonstruktionswerkstätte von Hans Georg Stehlin in Nieder-Schönthal/Liestal, wurde die dreifeldrige Gitterfachwerkbrücke aus Schweiss- und Gusseisen zwischen Januar und Oktober 1854 unter der Leitung des Ingenieurs Johannes Merian, dem späteren Basler Kantonsingenieur, errichtet. Obschon durch die Zeiten immer wieder den Bedürfnissen angepasst, ist sie eine wichtige Zeugin aus den Anfängen der Schweizerischen Centralbahn und ebenso eine des Industriekantons Baselland. 

Die vom Abbruch bedrohte Brücke konnte durch die tatkräftige Unterstützung von Herrn Toni Häfliger von der Fachstelle für Denkmalschutzfragen der SBB von unserer Stiftung übernommen werden. So ist die weitere Erhaltung vor Ort gewährleistet. 

2. Das Bahnwärterhäuschen in Lausen

Leider sind unsere Bemühungen um den Erhalt des Bahnwärterhäuschens in Lausen, das aus dem Jahre 1886 stammte, gescheitert. Die Gemeinde Lausen plante eine neue Strassenführung bei diesem. Auf unsere Vorschläge, das Haus zu übernehmen und für seinen Erhalt andernorts zu sorgen, reagierte die Gemeinde mit dem überraschenden Abbruch. Damit ist ein bescheidener und liebenswürdiger Zeuge des einstigen Bahnbetriebs verschwunden.

3. Das Taunerhaus in Reinach

Zwanzig Jahre lang tobte ein politischer Kampf um die Erhaltung oder den Abbruch des Taunerhauses in Reinach. Im Frühling 2007 beschloss der Einwohnerrat Reinach, eine Restaurierung sei mittlerweile zu teuer, womit er faktisch dem Abbruch zustimmte. Unsere Stiftung nahm die Rettung dieses Hauses armer Leute an die Hand in der Absicht, es in seiner ganzen Einfachheit zu restaurieren und mit zeitgemässem, aber bescheidenem Komfort auszustatten. Danach hätte das Haus im Dorfzentrum vermietet werden sollen. Unsere Stiftung hielt das aus dem 17. Jahrhundert stammende, nie erweiterte und modernisierte Haus – eine Seltenheit im Kanton Basel-Landschaft  ̶  als erhaltenswürdig. Dies auch weil die einst arme ländliche Gemeinde Reinach seit den 1960er Jahren eine Baupolitik betreibt, die die Schaffung einer modernen Stadt zum Ziel hat. Dadurch konnten sich nur vereinzelte alte Häuser erhalten, deren Tage gezählt sind. Die Gemeinde droht ihre Geschichte ganz aus den Augen zu verlieren.

Leider war unserem intensiven Einsatz, der mit grosser Unterstützung von Teilen der Einwohnerschaft sowie zahlreichen Einwohnerräten vonstatten ging, letztlich kein Erfolg beschieden. Es konnten nur 90 % der benötigten Mittel in der von den Behörden eingeräumten, sehr kurzen Frist von einem halben Jahr beschafft werden. Erschwerend kam der vehemente Einsatz einer weit rechts stehenden Partei gegen das Erhaltungsprojekt hinzu. Nach dem Scheitern unserer Bemühungen wurde das Taunerhaus sofort abgebrochen.