Nenzlingen will seine Wohn- und Lebensqualität auch in Zukunft sichern. In den letzten Jahren entwickelte die Gemeinde verschiedene Strategien, um ihr Wachstum anzukurbeln und gleichzeitig einer Zersiedelung der umliegenden Landschaft vorzubeugen. Der Baselbieter Heimatschutz findet die nachhaltige Entwicklungsplanung vorbildlich und zeichnet die Gemeinde Nenzlingen mit seinem diesjährigen Heimatschutzpreis aus.
Mit seiner schönen Lage in der Natur, den munteren Einwohnern und dem regen Dorfleben bietet Nenzlingen eine gute Lebensqualität – so heisst es in dem Leitbild, das die Gemeinde 1999 erstellte. Dieses Leitbild ist eine von vielen Strategien, mit denen die Gemeinde sich seit Jahren um eine nachhaltige Dorfentwicklung bemüht – und die der Baselbieter Heimatschutz mit seiner diesjährigen Prämierung würdigt.
Als erste Gemeinde der Region verfügte Nenzlingen über ein Leitbild. Wie lebensnah dessen Inhalte waren, zeigt die Tatsache, dass es auf Ideen und Wünsche der Dorfbevölkerung aufbaute, die in Umfragen, Interviews und einer Zukunftswerkstatt gesammelt wurden.
Wichtige Aussagen des Leitbildes waren:
- Der ländliche Charakter der Gemeinde soll bewahrt bleiben.
- Das Dorf selbst soll mit Raumplanungsmassnahmen aufgewertet werden.
- Die politische Eigenständigkeit der Gemeinde soll erhalten bleiben.
- Der bestehende Nachholbedarf an Räumlichkeiten für soziale und kulturelle Begegnungen soll gedeckt werden.
Diese Aussagen flossen bereits ein Jahr später in einen Richtplan ein, den der Kanton Baselland als Pionierprojekt mit der Gemeinde Nenzlingen durchführte. Somit waren die Visionen behördenverbindlich festgehalten. Der konkreten Dorfentwicklung des Ortskerns stand nichts mehr im Weg.
Zusammen mit einer Planungskommission analysierte die Gemeinde den Bedarf an öffentlichen Gebäuden und potentielle Standorte. Dabei kristallisierten sich zwei Hauptstandorte heraus:
- Für den Standort „Altes Schulhaus“ bot sich eine Umnutzung als Gemeindeverwaltung an.
- Für den Standort „Neues Schulhaus“ wurden die Ergänzung der Primarschule sowie der Neubau eines Kindergartens und einer Mehrzweckhalle mit Sportplatz vorgesehen.
Der Standort „Altes Schulhaus“ wurde von dem Architekturbüro Markus Jermann & Partner aus Dittingen sanft saniert, bevor 2005 die Gemeindeverwaltung einzog.
Um auf dem Standort „Neues Schulhaus“ die Ergänzung der Primarschule sowie den Neubau des Kindergartens und der Mehrzweckhalle zu planen, schrieb die Gemeinde einen Wettbewerb aus. Den Zuschlag erhielt das Architekturbüro Proplaning aus Basel, dessen Kindergarten letztes Jahr eingeweiht wurde. Die Ergänzung der Primarschule und der Neubau der Mehrzweckhalle stehen noch aus.
Dass das Bedürfnis nach diesen Gebäuden weiterhin besteht, zeigte das im letzten Jahr überarbeitete Gemeindeleitbild. In einer Umfrage wurde der Bau der Mehrzweckhalle noch wichtiger bewertet als vor acht Jahren. Stark zugenommen hat ebenfalls der Wunsch nach einem weiteren Bevölkerungswachstum. Als etwas utopische Idee wurde bei der Umfrage der Bau einer Seilbahn für Nenzlingen genannt.
Um die weitere bauliche Entwicklung des Ortskerns voran zu treiben, hat die Planungskommission der Gemeinde im Juli dieses Jahres eine eine Revision der Ortsplanung entworfen. Diese umfasst:
- Die Ermittlung der Bevölkerungsentwicklung. Zwischen 1990 und heute ist die Gemeinde jährlich um durchschnittlich 6.5 Personen gewachsen, seit 2000 sind es sogar 10.5 Personen. Wird dieses Tempo weiter durchgehalten, kann das bis 2025 angestrebte Wachstumsziel von insgesamt 600 Personen erreicht werden.
- Da das Bevölkerungswachstum auch einen erhöhten Bedarf an Bauland bedeutet, müssen genügend neue Bauparzellen bereitgestellt werden. Dabei soll die bestehende Siedlung nach innen verdichtet und die umliegende Landschaft geschont werden.
- Im Dorfkern selbst wird eine Ortsbildschutz- und eine Ortsbildschonzone ausgewiesen.
Wie sieht die Zukunft von Nenzlingen aus? Bei der letzten Umfrage haben die meisten der Einwohner geantwortet, dass Nenzlingen in 15 Jahren ein schönes, ruhiges Dorf mit hoher Lebensqualität sein soll.
Der Baselbieter Heimatschutz ist der Überzeugung, dass die Gemeinde mit ihrer nachhaltigen Entwicklungsplanung auf dem besten Wege dorthin ist. Der Vorstand des Baselbieter Heimatschutzes ist gespannt auf die weiteren Schritte und vor allem den Bau der Mehrzweckhalle, der den ortsbaulichen und sozialen Kern der Gemeinde sicherlich stärken wird.
Weitere Auskünfte:
Markus Jermann, Tel. G. 061 761 38 69
Katja Hasche, Tel. G. 044 420 13 41
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