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Die seit vielen Jahren geleisteten Beiträge an Hausrestaurierungen und Ähnlichem wandelte der Baselbieter Heimatschutz seit 1992 in den jährlich zu vergebenden Heimatschutzpreis um, mit welchem eine breitere Öffentlichkeit erreicht wird. Wurden anfänglich vor allem Einzelobjekte prämiert, so erstreckt sich die Spanne heute auch auf Strassenräume und Ortsplanungen.
Das Ziel unserer Prämierung ist es, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren für einen differenzierten Umgang mit dem substantiell Vorhandenen und dem zu Planenden. Wir fühlen uns sowohl der Geschichte - dem Alten - wie auch der Zukunft - dem Neuen - verpflichtet. Deshalb wollen wir Bauherrschaften, Gemeinden, Planungsbüros loben für sehr gute Arbeit oder auch dafür, dass sie von durchgreifenden "Lösungen" absahen. Es soll ihnen und einer weiteren Öffentlichkeit mit den prämierten Bauten Mut gemacht werden, so weiterzufahren.
 
   


Prämierung 2011: Eisenbahnlinie Sissach – Läufelfingen – Olten.

   

Seit 1992 verleiht der Baselbieter Heimatschutz im Rahmen seiner Jahresversammlung den Baselbieter Heimatschutzpreis. Das Ziel der Prämierung ist es, die Öffentlichkeit für einen differenzierten Umgang mit den vorhandenen, zu erhaltenden und geplanten Kulturgütern in unserem Kanton zu sensibilisieren.

Die Prämierung gilt der Erhaltung der Eisenbahnlinie, die einst das Herzstück des schweizerischen Eisenbahnnetzes und ein Pionierwerk des europäischen Eisenbahnbaus darstellte, durch die SBB und den Kanton, sowie der Bemühung um eine substanzerhaltende Renovation der prägenden Bauten, der Bahnhöfe und Kunstbauten, und damit dem Engagement der Denkmalpflege der SBB für die Erhaltung einer einmaligen, durch die Eisenbahn geprägten Kulturlandschaft. 
Was heute liebevoll "Läufelfingerli" oder fahrplantechnisch korrekt "S9" genannt wird, bedeutete zur Zeit des Baus eine epochale ingenieurtechnische Herausforderung. Ein schweizerisches Eisenbahnnetz, das den Anschluss an die französische Linie, die seit 1844 in Basel endete, und an die grossherzogliche badische Bahn, die Basel 1852 erreichte, finden sollte, musste die Jurakette überwinden. Nachdem die englischen Eisenbahnpioniere Swinburne und Stephenson im Auftrag des Bundesrates Olten zum zukünftigen Eisenbahnknotenpunkt südlich der Jurakette erklärt hatten, wurde das Homburgertal und der Untere Hauenstein, bereits eine der alten Römerstrassen von Norden nach Süden, für die Linienführung zwischen Basel – Liestal und Olten bestimmt. 1858 wurde die Strecke Sissach – Olten eingeweiht. Nach der Semmeringbahn im kaiserlichen Österreich und der Alten Giovi-Linie zwischen Genua und Turin war die Hauensteinlinie die dritte eigentliche Gebirgsbahn in Europa. Der Scheiteltunnel war mit seinen zweieinhalb Kilometern Länge einer der längsten der Welt. Der Viadukt von Rümlingen ist zweifellos der architektonische Höhepunkt der Strecke. Er dominiert den kleinen mittelalterlichen Dorfkern mit dem einmaligen Ensemble von Kirche und Zehntenspeicher und man ist versucht, das Meisterwerk unter den Eisenbahnbauten des 19. Jahrhunderts auf eine ähnliche Stufe zu stellen mit einem der Meisterwerke unter den Sakralbauten des Mittelalters.

 

 

 

 
   

Aesch

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